Jahresausflug 2017

 Unser diesjähriger Jahresausflug stand unter dem Motto "Schlösser und Schaufelradbagger" und führte uns am 10.06.2017 bei schönem Sonnenschein zuerst nach Brühl. 

Dort hatten wir die Gelegenheit eine geführte Besichtigung durch das Weltkulturerbe "Schloss Augustusburg" zu erleben. Schloss Augustusburg, oft auch nur Schloss Brühl genannt, zählt zu den bedeutensten Schöpfungen des Rokoko in Deutschland. Es war die Lieblingsresidenz des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August aus dem Hause Wittelsbach. Bis zur Vollendung 1768 wirkten hier namhafte Künstler von Europäischem Ruf. Beispielhaft sei Balthasar Neumann genannt, der den Entwurf für das Prunktreppenhaus anfertigte, was jeden der Teilnehmer fasziniert hat. 

Durch die Zusammenführung von Architektur, Plastik, Malerei und Gartenkunst entstand ein Gesamtkunstwerk des deutschen Rokoko von höchstem Rang. Die UNESCO würdigte daher 1984 Schloss Augustusburg und Schloss Falkenlust und die Brühler Gärten in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit.

  

Nach der ausgibiegen Besichtigung ging es gegen Mittag weiter nach Schloss Paffendorf. Dort hatte man uns in der Brasserie in der Aussenanlage Tische gedeckt und wir konnten uns mit einem guten Mahl stärken. 

  

Nach dem Essen war noch ausreichend Zeit für die Teilnehmer die Aussenanlage des Schlosses und die wunderbare Parklandschaft zu geniessen, bevor wir von einem Führer der RWE einen Vortrag im Schloss über den Braunkohlentagebau erhielten. Danach ging es weiter mit dem Bus ins Braunkohlenrevier.

Der damals noch unter dem Namen Rheinbraun firmierende Tagebaubetreiber leitete 1974 das Genehmigungsverfahren für den Tagebau ein und konnte 1978 mit dem Aufschluss beginnen. Der erste Bagger begann seine Arbeit am 15. Oktober 1978. Damit ging die Umsiedlung von Ortschaften einher und das größte Waldgebiet in der Jülicher Börde, der Bürgewald (Hambacher Forst), wurde weitgehend gerodet. Am 17. Januar 1984 wurde die erste Braunkohle gefördert. Mit 299 m unter NHN bildet der tiefste Punkt des Tagebaus Hambach die tiefste künstliche Senke Nordrhein-Westfalens.

  

Der Tagebau fördert jährlich eine Abraummenge von 250 bis 300 Mio. m3. Das Verhältnis von Abraum zu Kohle beträgt 6,2 : 1. Die geförderte Braunkohle wird über die Hambachbahn nach Bergheim-Auenheim und von dort aus weiter über die Nord-Süd-Bahn zu den Kraftwerken Niederaußem, Neurath, Frimmersdorf und Goldenberg bei Hürth-Knapsack transportiert. Der Abraum wurde bis zum 16. April 2009 z. T. per Band zum Tagebau Bergheim befördert, der bereits ausgekohlt ist und deshalb verkippt wurde und rekultiviert wird. Weithin sichtbares Markenzeichen des Tagebaus ist die Hochkippe Sophienhöhe, sie gilt als größter künstlich angelegter Berg, der die ebene Bördenlandschaft um 200 Meter überragt. 

Für die Förderung der Braunkohle mußten einige Ortschaften weichen bzw. umgesiedelt werden. Dies wurde uns an der Ortschaft Manheim gezeigt . Manheim ist ein Stadtteil von Kerpen im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Manheim liegt in der Abbauzone des Tagebaus Hambach und muss diesem nach den Plänen von RWE bis zum Jahr 2022 weichen. Als Ersatz entsteht gegenwärtig der Umsiedlungsort Manheim-neu westlich von Kerpen.Manheim wird seit 2013 sukzessive umgesiedelt. Ab etwa 2022 wird die Ortsfläche dann bergbaulich in Anspruch genommen.

Für die Umsiedlung hatten die Manheimer Einwohner drei mögliche Standorte für (Neu-)Manheim zur Wahl; Kerpen-West, Kerpen-Dickbusch und den Südwestteil Buirs. Bei einer Abstimmung am 16. Dezember 2007 entschieden sie sich bei einer Wahlbeteiligung von 71,75 % und nur einer ungültigen Stimme mit 81,05 % für Kerpen-Dickbusch, nordwestlich von Langenich. Der Bebauungsplan sieht überwiegend freistehende Einfamilienhäuser vor.
In einer weiteren Befragung vom 11. Februar bis 16. März 2008 mussten die Manheimer Bürger angeben, wie groß der Bedarf an Grundstücken ist. Daraus wurde die Größe Manheims am neuen Standort in Kerpen-Dickbusch ermittelt. Bei unserer Informationsfahrt durch beide Orte Manheim und Manheim neu, konnten wir uns über die Umsiedlung und die Renaturalisierung der Landschaft einen Eindruck verschaffen. 

Nach der Besichtigung ging es mit vielen Eindrücken nach Köln zurück. 

 

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