Führung durch Kalk

   21. Juli 2018, 14.00 Uhr Führung durch Kalk


Pünktlich um 14.00 Uhr startete eine siebzehnköpfige Gruppe der Bürgervereinigung Ensen-Westhoven e.V. von der Kalker Kapelle aus durch das historische Kalk. Vorher gab es noch die Gelegenheit, die Kirche St. Marien mit ihren imponierenden Kirchenfenster zu besichtigen.
Herr Prof. Boeßenecker von der Geschichtswerkstatt Kalk , informierte uns zum Start der zweieinhalbstündigen Rundführung, dass die Kalker Kapelle aktuell wegen Vandalismus nicht besichtigt werden kann.

In den Jahren 1665-1666 wütete eine Pestepedemie im Rheinland. Da Kalk von ihr verschont blieb, wurde als Dank für das Marienbild von 1420 die Kapelle errichtet. Noch heute zieht sie als Wallfahrtsort zahlreiche Pilgerinnen und Pilger an.

Kalk wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ein gefragter Standort für viele Kölner Unternehmen. Aufgrund eines Bauverbotes im Umkreis von Festungsanlagen und um die mittelalterlichen Stadtmauer wichen die Unternehmer „aufs Land“ aus. Kalk bot sich dabei besonders an, denn hier waren die Grundstücke noch günstig und es gab keine Auflagen hinsichtlich der Bebauung. Besonders die chemische und metallverarbeitende Industrie wurde in Kalk heimisch. 1881 wurde aus der Landgemeinde eine selbständige Stadt., 1910 ein Kölner Stadtteil. Bereits 1856 hatte sich die Maschinenfabrik für den Bergbau von Sievers und Co. In Kalk bei Deutz am Rhein etabliert. Aus der Maschinenfabrik Sievers wurde die Maschinenbauanstalt Humboldt AG, Kalk bei Köln, später die Klöckner Humboldt Deutz AG (KHD), die seit 1997 als Deutz AG firmiert. Zur gleichen Zeit gründeten Julius Vorster und Hermann Grüneberg die Chemische Fabrik Kalk, die noch heute als Inbegriff für Kalk gilt.


Um die gehobene Gesellschaft, Firmeninhaber, Geschäftsführer und Prokuristen in der Nähe Ihrer Firmen und nicht in Köln oder im Bergischen eine Heimat zu geben, wurden in der damaligen Kaiserstraße und Umgebung, heute Eythstraße, in den Jahren 1906 – 1908 im Jugendstil private Stadtvillen errichtet. Mit der Geschichte Ihrer Bewohner erfuhren wir zudem, dass es um 1900 herum insgesamt vier Brauereien in Kalk gab, die heute bekannteste ist die Sünnerbrauerei. Sie wurde später umgesiedelt und auf dem Gelände eines Bergbaues errichtet, der jedoch mangels Erfolg in die Insolvenz ging.
Genauso wurde ein aus dem gleichen Zeitraum noch existierendes Haus, in dem Arbeiterfamilien untergebracht wurden gezeigt. Mehrköpfige Familien lebten hier in rund 20 qm. Am Ottmar-Pohl-Platz ist dieses Haus heute ein Hotel.
Die Humboldt-Halle mit ihrer imponierenden Größe – heute als Erweiterungsbereich für das Kaiserin-Theophanu-Gymnasium vorgesehen, gab uns einen Eindruck damaliger Weltkonzerne.


Den Ausklang fand die Führung in einer Kalker Gaststätte bei herrlichem Wetter und leckerem Kölsch.

  

 

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